Im Kampf gegen die Straßenprostitution im deutsch-französischen Grenzgebiet will Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) fast die gesamte Landeshauptstadt zum Sperrgebiet erklären lassen.
Prostituierte in SaarbrückenProstituierte in Saarbrücken © dpa/AFP
Um den Sperrbezirk per Verordnung auszuweisen, bedarf es allerdings noch der Zustimmung der Landesregierung. Das schwarz-rote Kabinett um Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will sich damit am Dienstag befassen.
Ab April sollen Frauen nur noch an drei Punkten im Stadtgebiet und auch nur noch am Abend und in der Nacht Freier anwerben dürfen, sagte Britz in Saarbrücken. Von den 655 Kilometern Straßennetz sollen 652,2 Kilometer zur Verbotszone werden. "Ich glaube, das ist eine Möglichkeit, um die Prostitution einzudämmen", sagte Britz.
Im Saarbrücken gibt es Schätzungen zufolge 800 bis 1.000 Prostituierte, davon bis zu 200 Frauen auf dem Straßenstrich. Das Geschäft blüht in der Grenzregion, auch, weil viele Freier aus dem benachbarten Frankreich kommen, wo Prostituierte keine Kunden anwerben dürfen.
